Mrz 112013
 

Ich habe es geschafft, konnte mich gegen 02 Uhr Nachts aus dem Bett quälen und habe den Tatort mit Til Schweiger gesehen (so wie 12,57 Millionen andere Deutsche auch, ob die wohl die Zuschauer aus dem Ausland per Livestream mitgezählt haben?).

Auf Grund des fehlenden Schlafes ist mir das Yoga am Morgen schwer gefallen. Ich bin zurück im Travellerleben und raus aus der Touristenhochburg Luang Prabang. Da ist sofort ein anderes Gefühl in mir. Nach Phonsavan bin ich gereist und mir die „Ebene der Tonkrüge“ auch bekannt als „Plain of Jars“ anzuschauen. Das sind riesige Felder mit meterhohen Steinkrügen die inmitten der der kargen Hochebene herumstehen. Diese dienten vermutlich vor 2000 Jahren einem Volk als Urnen zur Bestattung. Ich nehme nicht an einer geführten Tour teil, sondern wir mieten uns mit Nadia und Alex Motorbikes und erkunden die „Plain of Jars“ auf eigene Faust. Wir machen unsere eigene Tour und können bleiben oder anhalten wo immer wir wollen und so lange wir wollen. Die Felder mit den Tonkrügen sind wirklich unglaublich beindruckend, als ob Riesen diese aus Stein gehauen haben. Circa 90 Plätze (Sites) gibt es rund um Phonsavan wo dieser Tonkrüge gefunden wurden, aber nur 4 Sites können gegenwärtige besichtigt werden (da diese von Blindgängern geräumt sind). Die Region um Phonsavan war im zweiten Indochinakrieg die am meisten mit Bomben übersäte Region in Asien. Bis jetzt sind noch nicht alle Blindgänger geräumt und es verletzt oder stirbt 1 Mensch in Laos an den Folgen von explodierenden Blindgängern pro Tag. Es wird noch 100 Jahre dauern bis alle Blindgänger beseitigt sind. Dazu gibt es eine interessante Ausstellung im Ort.

Also 4 Sites sind von Bomben bereinigt, dennoch kann man dort nur auf gekennzeichneten Wegen laufen. Die vielen großen Tonkrüge sind beeindruckend, die Bombenkrater der Amis daneben ebenso. Es geht irgendwie ein unguter Geist von diesem Ort aus. Ich habe ein komisches Gefühl seit dem ich hier bin. Site 1 ist großflächig mit Tonkrügen übersät. An Site 2 haben wir erst mal Mittagessen. Das Essen bei den einfachen Leuten auf dem Land ist schlicht besser als anderswo. Neben dem Restaurant ist ein Platz zum Boule spielen. Wir spielen ein paar Partien nach dem Essen. An Site 3 schenke ich dem Kassierer einen Stift. Seiner schreibt nicht mehr und er kann somit das Kassenbuch nicht weiterführen. Wir sind heute die 14. Besucher. Im Anschluss habe ich Lust auf eine Tasse Kaffee. In der kleinen Holzhütte sitzen der Kassiere mit 2 andern Jungs. Es stehen 7 leere Flaschen Bier auf dem Tisch. Die Jungs laden uns ein, doch wir wollen nicht so richtig. Müssen ja noch mit dem Bike 30 km zurück fahren. Es ist schwer einer laotischen Einladung zu wiederstehen, also versuchen wir ins Gespräch zu kommen. Khamhoung ist Arzt und kann englisch schreiben, also verständigen wir uns mit einem Zettel und schreiben alle Antworten und Fragen reihum auf. Idhamvay ist der Kassiere und versucht mit uns immer wieder zum Trinken zu animieren. Khamhau ist der dritte im Bund und schenkt fleißig ein. Es ist eine lustige Runde (ich bin froh nicht die Pauschaltour gebucht zu haben) und wir wehren uns mit Hände und Füßen gegen das nächste Glas Bier (in Laos sind die Gläser eher klein und meist nur der Boden bedeckt, das Glas geht immer der Reihe nach von Einem zum Nächsten) Dont drink and drive! Es gelingt uns nicht ganz, bleibt aber im Rahmen. Während wir so mit den Jungs sitzen, hören wir ca. 5 Explosionen. Es wurden gerade wieder Bomben (UXO) aus dem Krieg entschärft. Es ist ein komisches Gefühl, das so nah bei sich zu haben. Ich bin ganz froh, dass wir mit dem Moped hier sind. Ansonsten könnt der Abend in einem unbekannten laotischen Dorf landen.

Für das Abendessen finden wir abseits der Hauptstraße eine kleine Bambushütte. Hier gibt ausschließlich laotisches Barbecue. Man braucht nichts zu bestellen, nur hinsetzen und es wird serviert. Klasse! Wir sind die einzigen Falangs in dem Restaurant und haben einen tollen Abend. Ich bin endlich wieder im Budget.

Sorry, the comment form is closed at this time.